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Schöpfung, Evolution und Zufall

Liebe Jugendliche, was wir im Universum, in der Natur, im Makro- und im Mikrokosmos mit unseren Wissenschaften beobachten, ist schwindelerregend. Überall stossen wir auf höchst komplexe, "intelligente" Baupläne. Sonst würde es ganz einfach nicht funktionieren. Bei einer Zellteilung wird eine unvorstellbare Datenmenge in kurzer Zeit kopiert und weitergegeben. Im menschlichen Gehirn kommunizieren 100 Milliarden Nervenzellen mit schätzungsweise 100 Billionen Kontakten miteinander. Eigentlich entsteht die Ordnung in Eurem Zimmer nicht zufällig, sondern durch eine menschliche Hand und einen unsichtbaren Willen, der vernünftig vorgeht. "Das christliche Bild der Welt ist, dass die Welt in einem sehr komplizierten Evolutionsprozess entstanden ist, dass sie aber im tiefsten doch aus dem Logos kommt. Sie trägt insofern Vernunft in sich." (Kardinal Ratzinger/Papst Benedikt XVI.). Mit anderen Worten: aus vernunftlosem Chaos kann nicht – zufällig – vernünftige Ordnung entstehen. Wir beobachten vielmehr immer wieder das Gegenteil.
Weder ein ordnender Sinn hinter den Dingen noch der absichtslose Zufall lassen sich naturwissenschaftlich beweisen. Die Antwort liegt auf einer anderen, religiös-philosophischen Ebene. Die Indizienlage spricht meiner Meinung nach aber eher dafür, dass Papst Benedikt mit seiner Behauptung (vgl. oben) recht hat. Mit dem Zufall ist es so eine Sache: Stellt Euch einmal ein paar Würfel vor, die mit ihren Augenzahlen nach oben einfach daliegen.
Die Augenzahlen lassen keine Regelmäßigkeit erkennen. Liegen nun diese Würfel mit ihren Augenzahlen zufällig da, oder wurden sie geplant und absichtlich hingelegt? Diese Frage lässt sich ohne weitere Informationen allein aus den vorgefundenen Augenzahlen gar nicht beantworten! Jede denkbare Folge von Augenzahlen kann ein Zufallsprodukt sein, allerdings mit der aberwitzigen Wahrscheinlichkeit von 1:610, aber genauso gut könnte sie ein Ergebnis einer geplanten Handlung sein, welche die Würfel so hingelegt hat, bevor ich sie entdeckt habe. Das simple Beispiel gibt zu denken. Im Universum haben wir es mit unvergleichbar grösseren Komplexitäten zu tun, deren sinnvolle Ordnung und deren feinabgestimmtes Zusammenspiel manche, wie mir scheint, etwas allzu locker dem Zufall zuschreiben. Wie aber stellt man die zufällige Entstehung des Universums fest? Das Beispiel zeigt auch, dass Sinn oder Zufall nicht einfach zu beweisen sind, ja einander nicht einmal unbedingt gegenseitig ausschliessen müssen. Dazu ein zweites Beispiel: Die Zahlenreihe im Lotto kann durchaus zufällig sein, während das Spiel selbst, das Lotto, durchaus sinnvoll ist und nach einem gewissen Plan funktioniert, den einer sich ausgedacht hat: Am Ende soll es Gewinner geben. Zufall innerhalb des Spiels und Sinn bzw. Plan im Spiel widersprechen sich nicht wirklich. So kann es in der Evolution (im Spiel) durchaus Dinge geben, die mehr oder weniger (denn alles hat Voraussetzungen) zufällig passieren, trotzdem kann das Spiel (die Welt) einen Sinn haben, den ein Schöpfer von Anfang an gesetzt hat. Wer will das entscheiden? Sicher nicht die Wissenschaft. Also noch einmal: Für seine Aussage, es gäbe nichts ausser Zufall und Materie, ist der materialistische Atheist ebenso darauf angewiesen (das) zu glauben wie etwa der Christ vom Gegenteil überzeugt bleiben wird, wenn er sagt, dass allem, was ist, ein allmächtiger Schöpfergott vorausgeht; dass es in der Schöpfung den Zufall gibt, aber auch den Sinn bzw. den Plan.
Und nun: Wenn ich für meinen Teil allein dasitze, in meiner Stube, und in die Welt und Geschichte hinausspähe, ob ich irgendwo, irgendetwas von diesem verborgenen Gott erkennen kann, finde ich persönlich niemandem und nichts, dem ich diesbezüglich wirklich trauen würde als Jesus. Hier, in IHM, erkenne ich meinen Gott und bekenne IHN.

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